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Abgeben - Loslassen

Obwohl dieses ein Slogan in frommen Kreisen ist, ich mir schon etliche Gedanken darüber gemacht, und diese angewendet habe, habe ich im Moment ganz neue Gedanken dazu - und das Gefühl, ich fange erst an, zu begreifen, was das überhaupt bedeutet.

Kürzlich fiel mir eine Broschüre in die Hände, welche ich mal aus einem alten Bücherbestand ausgegraben hatte. Es ist eine Broschüre, aus einer Reihe "Geschichten des Glaubens neu erzählt" vom Quell-Verlag. Ich weiß nicht, ob es die noch gibt. Meine Broschüre hat den Titel: "Anleitung zum Reichwerden - Geschichten über Haben und Sein". Es wird so erzählt, wie wenn jemand den "reichen Jüngling" (Markus 10, 17-27 in der Bibel) begleitet, nachdem er von Jesus gesagt bekommen hat, er solle alles verkaufen und den Armen geben. - In der Erzählung ist dieser Jüngling, in Begleitung eines Führers, der Hirte von Beruf ist, auf dem Heimweg. Unterwegs kommen stückweise immer wieder Gedanken zu dem, was Jesus gesagt hat, zum Vorschein. Und als sie in einer Gaststätte Rast machen, entwickelt sich in einer Tischrunde über dieses Thema ein Gespräch zwischen einfachen Menschen der Gegend dort und dem Jüngling.

Das Gespräch ist von Anfang an interessant - aber ich kann natürlich jetzt hier nicht 40 Seiten wiedergeben. Es steht unter verschiedenen Titeln. Heute habe ich das letzte Kapitel gelesen, und bin auf obiges Thema gestoßen.

"Loslassen" ist eigentlich die Lösung für beinahe alle Probleme, stelle ich fest. Ob es Besitztum oder Menschen oder Augenblicke oder Sorgen ist - immer ist das Loslassen die Lösung zum empfangen. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel, als es allgemein gehandhabt wird unter Menschen. Wir versuchen immer festzuhalten, zu versichern, einzugraben und zu balsamieren, und bilden uns ein, damit etwas zu haben. Dabei ist das, was wir dadurch bekommen, tot, und gehört zu den Schätzen, die vergänglich sind, weil "Motteund Rost es zerstören"

Ein Mann in der Tischrunde der Erzählung hat dazu folgendes erzählt:

"Neulich bin ich am Abend noch um das Haus gegangen, um mir die Beine ein bißchen zu vertreten, nachdem die Arbeit fertig war. Am Weg, der zu Ephraims Grundstück führt, blühten Blumen. Beinahe wäre ich daran vorbeigegangen, aber dann  sah ich zurück und blieb stehen. Wunderhübsch, wißt ihr, so rot gefärbte Blütenblätter und innen ein brennendes Gelb. Ganz zart sahen sie aus und leuchteten. Schon habe ich die Hand ausgestreckt, um sie abzureißen und mit nach Hause zu nehmen. Ich wollte sie in einen Krug tun, versteht ihr, für den Tisch. Aber im letzten Moment habe ich mir's anders überlegt. Warum soll ich sie mitnehmen, dachte ich. Warum will ich sie haben? Kann ich mich nicht so über sie freuen, daß ich sie in meinem Herzen mitnehme oder so, daß sie in meiner Seele blühen? Ich habe mich dann auf den Boden vor die Blume gesetzt und sie ganz lange angeschaut. Ich wurde dankbar un dfröhlich dabei. Gott hat mir ein Geschenk gemacht. Ich brauchte es nicht zu behalten, ich konnte die Blume lassen, wo ich sie gefunden hatte. Dennoch behielt ich sie in mir."

Das Gespräch geht dann weiter in der Runde - man kommt zu dem Ergebnis, daß wenn man etwas haben will, dann möchte man, daß es sich nicht verändert. "Was aber lebendig ist, das verändert sich. Wer etwas Lebendiges haben will, macht es eigentlich tot."

Lebendig sein und leben lassen, passt ja auch wieder zum Thema: "Sinn des Lebens". Man wird mir zustimmen, daß der Sinn des Lebens zuallererst "Leben" ist. Wenn man lebt, als wäre man tot - oder wenn man tötet durch festhalten, ist der Sinn verfehlt.

Ich stelle fest, daß es auch zur "Stillung des Sturms" aus der gestrigen Losung passt. Auch das Festhalten der Sicherheiten, das Festhalten der Sorgen und Probleme, das besitzen wollen von Menschen und Dingen, tötet Leben, und geht am Sinn des Lebens vorbei. Wenn man meint, etwas zu besitzen, ist man oft ärmer, als wenn man es loslassen kann - nicht davon abhängig ist.

Wie gesagt - ich spüre, daß ich dazu noch viel lernen kann - und will. Das, was ich heute, für meinen momentanen Lebensabschnitt, brauchen kann, ist schon ungeheuer viel. Ich denke in den verschiedenen Situationen nach, und stelle jedes Mal fest, daß es bereichernd ist, wenn ich dort lerne, loszulassen. Und auch, wenn ich meine, schon sehr frei zu sein, durch meine Beziehung zu Jesus, stelle ich fest, daß ich noch freier werden kann. Frei von dem Druck, angepaßt zu leben, frei von den Normen und Wertvorstellungen der Gesellschaft. Nicht umsonst habe ich voriges Jahr als persönliches Leitwort den Vers bekommen "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (aus Psalm 31,9 in der Bibel) Dieser Vers begleitet mich schon eine längere Zeit. Und immer wieder stelle ich fest, der Raum ist viel weiter und freier, als ich ihn schon erlebe. Gott ist unendlich! Ich bin gespannt, wie sehr er es schafft, meinen Raum noch mehr zu erweitern.

30.7.08 16:11
 


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(12.12.14 15:19)
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